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Anlässlich des 218. Jahresessens der Gesellschaft Harmonie von 1789 am 15. November 2007 bat ich die etwa 80 anwesenden Mitglieder die Patenschaft für eine der 87 Leichenreden zu übernehmen, die unser Ehrenmitglied, Christoph W. Büsch (verst. 9.1.2012), in mühevoller Arbeit handschriftlich aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt hatte. Bei den verstorbenen Personen handelte es sich um Bürgermeister, Senatoren und Senatssyndici, die in der Zeit zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert lebten. Den Anstoß erhielt Herr Büsch durch den Fund eines lateinischen Nekrologs in seinem Familienarchiv. „Gibt es einen, muss es mehr geben.“ Das war sein erster Gedanke. Geschrieben war die entdeckte Leichenrede von einem der führenden Gelehrten am Johanneum. Also begab er sich zunächst in die Bibliothek der Schule und stieß auf sehr viele Texte, die das Johanneum dankenswerter Weise zur Weiterbearbeitung freigab.

Christoph W. Büsch

Zahlreiche weitere Nekrologe befanden sich im Staatsarchiv, die diese Institution zur Verfügung stellte. Während der Wochen der Übersetzung und auch später erhielt Herr Büsch zusätzlich Unterstützung durch die Wirtschaftsgeschichtliche Forschungsstelle e.V. in Hamburg, deren Ehrenvorsitzender er ist. Der Vorstandsvorsitzende, Wolfgang Poppelbaum, und der Geschäftsführer, Dr. Sven Tode, waren von dem Projekt sehr angetan und stellten Herrn Büsch neben finanziellen Mitteln insbesondere die Infrastruktur der Forschungsstelle zur Verfügung.

Nachdem die Mitglieder der Gesellschaft Harmonie von 1789 die zum Teil recht schwer lesbaren Handschriften von Herrn Büsch transkribiert und digitalisiert hatten, ging es an die Verwertung des umfangreichen und wertvollen Materials. Zunächst wurde an eine Buchveröffentlichung gedacht. Gespräche mit verschiedenen Experten führten jedoch zu dem Ergebnis, dass dies außerordentlich aufwendig und kostspielig sein würde. Den Beteiligten fehlten hierzu die finanziellen Ressourcen. Alternativen mussten her.

Allmählich geriet ich in Bedrängnis, unseren Mitgliedern gegenüber Ergebnisse vorzuweisen, und so entstand die Idee, die Nekrologe im Internet zu veröffentlichen. Daraufhin sprach ich mit meinem Freund, Ross Ellman, einem IT- und Internetfachmann, der in London lebt, und der auch unseren Internetauftritt der Gesellschaft Harmonie über viele Jahre aufgebaut und betreut hat. Er erklärte sich sofort bereit, das Projekt in Angriff zu nehmen. Seine erste Frage lautete: „Martin, wie soll die Seite heißen?“. Ich dachte nach und kam intuitiv auf www.hamburger-persoenlichkeiten.de. Allerdings verwarf ich den Namen sofort wieder, da ich vermutete, dass die Webadresse längst belegt sei. Mir wollte nicht so recht etwas Adäquates einfallen und meine Gedanken hingen den Hamburger Persönlichkeiten nach. Ein Gemisch aus Hoffnung und Neugier ließ mich einen Versuch starten. Mit Verblüffung stellte ich fest, dass die Webadresse noch nicht belegt war. Nun war es nur noch ein kleiner gedanklicher Sprung, den Kreis der hochgestellten politischen Persönlichkeiten auszuweiten auf bedeutende Hamburger Wissenschaftler, Kulturschaffende und Künstler, auf erfolgreiche Kaufleute und großzügige Mäzene, und viele andere.

Gemeinsam mit Herrn Ellman entstand dann in den Sommermonaten des Jahres 2009 unsere neue Website, die seitdem technisch und funktional kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt wurde. Für die Nekrologe von Herrn Büsch, die den Ausgangspunkt dieses mittlerweile großen Projektes bildeten, bietet das Internet nun ganz neue, attraktive Darstellungsmöglichkeiten. Mit Heinz A.E. Schröter

Heinz A. E. Schröter

wurde ein hochgebildeter Universalgelehrter gefunden, der ausgewählte, besonders interessante Leichenreden noch einmal sprachlich überarbeitete und mit seiner durch das langjährige Theaterspiel und seine zahlreichen Lesungen prächtig ausgebildeten Stimme aufnahm. Seine Sprachaufzeichnung haben wir als Podcast auf der Website veröffentlicht. Sie versetzen uns in die Vorstellungswelt, die in Hamburg in früheren Jahrhunderten herrschte, und liefern uns einen tiefen Einblick in die Kulturgeschichte unserer Stadt.

Im Herbst 2009 traf ich anlässlich des 100. Geburtstages von Kurt A. Körber im Hamburger Rathaus die ehemalige Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte und damalige Vorstandsvorsitzende der Stiftung Historische Museen Hamburg, Prof. Dr. Lisa Kosok. Ich berichtete von unserem neuen Internetprojekt. Sie war sofort sehr angetan von der Idee und wenige Wochen später bereit, gemeinsam mit der Gesellschaft Harmonie von 1789 die Schirmherrschaft und insbesondere die inhaltliche Führung des Projektes zu übernehmen. So werden wir die Dinge nun zukünftig auch mit dem Alleinvorstand der Stiftung Historische Museen, Börries von Notz, und den zum Teil neu besetzten Direktorenstellen gemeinsam voran treiben. 

Allen, die an der Entstehung dieses Internetauftritts, an konzeptionellen Ideen und der Aufarbeitung der Nekrologe beteiligt waren, danke ich sehr. Gedankt sei aber auch allen, die in der Zukunft einen Beitrag leisten werden. Diese Website steht heute inhaltlich erst am Anfang ihrer Karriere. Sie wird hoffentlich nie fertig werden, denn das würde unweigerlich das Versiegen bedeutender Hamburger Persönlichkeiten und damit das Ende unserer lebenswerten Stadt bedeuten.

Martin Sillem
Vorsitzender des Kuratoriums
Gesellschaft Harmonie von 1789